“Hoffnung ist das Ding mit Federn”

Jeden Herbst schaue ich mit Wehmut zum Himmel, wenn ich die Rufe der Kraniche hoch über unserem Haus höre, die sich sammeln und Richtung Süden in ihr Winterquartier ziehen. Ich rufe ihnen staunend hinterher: “Kommt gut an, und kommt vor allem wieder!”

Fünf Monate später werden sie uns bei ihrer Rückkehr den lang ersehnten Frühling ankündigen. Ich werde zu ihnen hinauf schauen und sie freudig und dankbar willkommen heißen.

Doch in diesem Jahr werden es viele der Zugvögel gar nicht erst schaffen, sich auf den seit mindestens 50.000 Jahren vorgezeichneten Weg zu machen. Sie sind von der Vogelgrippe so geschwächt, dass sie die Schwerkraft der Erde nicht überwinden können. Einige fallen einfach vom Himmel. Schlimmer noch, viele, die es doch schaffen, werden das Virus weiter verbreiten.

Hier sind es die Vögel, die vom Himmel fallen, diese majestätischen, schwerelosen, organisierten Tiere, die sich zurufen, sich formieren und ihrem Navigationsinstinkt folgen.

Anderswo sind es die Drohnen, die sich formieren und überwachen, die Bomben, die fallen und das Virus der Zerstörung verbreiten.

Man möchte mutlos werden. Wäre da nicht die Hoffnung, dass die Tiere resistent werden, ein brüchiger Waffenstillstand das Sterben stoppt, Menschen ihre Stimme finden und den Mut, sich gegen Krieg und Diktatur zu wehren.

“Die Hoffnung stirbt zuletzt,” sagt man. Das möchte ich nie erleben müssen. „Hope is a weapon,” („Hoffnung ist eine Waffe“) sagt der Dichter und Aktivist Robert Arnold aus Arkansas, dessen Video mir der YouTube Algorithmus vorschlägt. Die große amerikanische Dichterin Emily Dickinson dagegen schrieb “Hope is the thing with feathers…” („Hoffnung ist das Ding mit Federn“).

So scheint die Hoffnung stark und zutiefst menschlich zu sein, zäh und gleichzeitig doch so fragil.

Um meiner eigenen zunehmenden und in Wellen kommenden Mut- und Hoffnungslosigkeit zu begegnen, weil der Mensch nicht zu lernen scheint und weiterhin Scharlatanen folgt, weil der “Silent Spring”, der stumme Frühling, den Rachel Carson vor 62 Jahren in ihrem gleichnamigen Buch beschrieben hat, doch noch Realität werden könnte mit einem Frühling ohne Vogelgezwitscher, suche ich nach dem Rezept, wie man die Hoffnung nährt, jeden Tag.

Die American Psychological Association beschreibt Hoffnung als eine erlernbare Fähigkeit, da sie im Gegensatz zum Optimismus handlungsorientiert ist. Dr. Chan Hellman, Professor für Psychologie und Gründungsdirektor des Hope Research Center an der University of Oklahoma, sagt: „Wir verwenden das Wort ‚Hoffnung‘ oft anstelle von Wünschen, so wie man hofft, dass es heute regnet oder dass es jemandem gut geht . . . Wünsche sind jedoch passiv und beziehen sich auf ein Ziel, während Hoffnung darauf abzielt, aktiv darauf hinzuarbeiten.“

Eine, die “aktives Hoffen” praktiziert, ist Iryna Drobovych, Mitbegründerin der Stiftung  “The Day After” in der Ukraine.

„The Day After“ ist eine ukrainische Non-Profit-Organisation, die die Führungsrolle von Frauen und ihre konstruktive Beteiligung an der Stärkung der nationalen Einheit und der Vorbereitung auf den Aufbau eines gerechten und nachhaltigen Friedens nach dem Krieg in der Ukraine fördert. Iryna ist nationale Beraterin für weibliche Führungspositionen, politische Partizipation und inklusiven Wiederaufbau bei UN Women Ukraine. Zuvor war sie CEO und Strategiedirektorin beim Ukrainischen Frauenkongress (2019–2023), Beraterin für Regierungsbeziehungen beim Kyiv Security Forum und der Open Ukraine Foundation (2016–2019) und Assistentin der Geschäftsführung des ukrainischen Premierministers (2014–2016).

Ich lernte Iryna im September bei der Salzburg Global American Studies Tagung kennen. Ihre Offenheit und Begeisterung für die Arbeit, die sie und ihre Kolleginnen in Kriegszeiten leisten, beeindruckten mich sehr. Ich sagte ihr damals, dass ich sie gern zum Thema „Hoffnung“ interviewen würde. „Hoffnung ist Mut, vergiss das nicht“, antwortete sie, und „Wir kämpfen, damit ihr es nicht müsst.“

Ich musste über diese Sätze eine Weile nachdenken, besonders weil wir uns so oft über Kleinigkeiten im Alltag beklagen. Und doch genießen wir die Normalität von Dingen wie beheizten Wohnungen, jederzeit verfügbarem Strom, Abendessen in unserer Lieblingspizzeria, einem sicheren Einkommen oder zumindest einem sozialen Netz, das unsere Grundbedürfnisse deckt, und sicheren Sonntagsspaziergängen mit der Familie. Nachdem ich wochenlang über das Thema gegrübelt hatte, kontaktierte ich Iryna und bat sie um ein schriftliches Interview.

MK:  Iryna, dein kleiner Sohn hat seinen ersten Schultag in einem Luftschutzraum verbracht. Wie war das für ihn? Mit welchem Gefühl hast du ihn dorthin gebracht?

Iryna:  Tatsächlich begannen ukrainische Kinder ihr Schuljahr in Schutzräumen, und mein Sohn Darii war einer von ihnen. Das ist die Realität, die wir alle hier seit über drei Jahren erleben, seit Russland am 24. Februar 2022 den Großangriff auf die Ukraine begann. In diesen Jahren hat sich das ukrainische Bildungssystem an diese schwierige Sicherheitslage angepasst – alle Schulen haben Schutzräume eingerichtet und führen den Unterricht fort, falls tagsüber Alarm ausgelöst wird. In den Frontregionen mit fast ununterbrochenen Sicherheitswarnungen arbeiten die Schulen bereits in Schutzräumen oder sogar in unterirdischen Anlagen in den Großstädten, um den Kindern sichere Bedingungen zu gewährleisten.

Bereits 2022 erklärte ich meinem Sohn ausführlich, wie er sich bei einem Luftalarm verhalten soll. Erstaunlicherweise erwies sich dieses Wissen sogar in Minneapolis als nützlich, wo ich 2023/24 im Rahmen eines Humphrey-Stipendiums ein Jahr verbrachte und mein Sohn mich begleitete. Jeden ersten Dienstag im Monat findet dort eine Tornadoübung mit Luftalarm statt, um die Bevölkerung über das richtige Verhalten im Notfall zu informieren. Der Alarmton ist derselbe wie in der Ukraine. Nachdem mein damals fünfjähriger Sohn diesen Ton in Minneapolis gehört hatte, fragte er mich nach Schutzräumen und drängte mich, dorthin zu gehen. In diesem Moment wurde mir klar, dass er Gefahren gut versteht und weiß, wie er reagieren muss.

So bin ich beruhigt, wenn ich meinen Sohn hier in Kiew zur Schule bringe. Lehrerinnen und Lehrer und die Schulleitung halten sich strikt an die Sicherheitsvorkehrungen und haben den Schutzraum so eingerichtet, dass die Kinder sich die Zeit vertreiben können, bis die Sicherheitslage sich entspannt hat. Hier in der Ukraine gibt es oft Stromausfälle, und der Schutzraum verfügt auch über Notbeleuchtung. Darii spielt in den Pausen mit seinen Freunden und befolgt die Anweisungen der Lehrer und Lehrerinnen im Unterricht, sogar im Schutzraum. Der Krieg hat den ukrainischen Kindern viel genommen, aber wir als Eltern und Betreuer versuchen unser Bestes, ihnen eine freudvolle und glückliche Kindheit zu ermöglichen – zu ihrem eigenen Wohl und trotz aller Herausforderungen.

MK:  Die von dir mitbegründete Stiftung “The Day After” ist, wie der Name schon sagt, zukunftsorientiert. Sie will den Weg ebnen für eine friedliche, gerechte und geeinte Ukraine und fokussiert sich dabei auf Frauen, die diesen Weg begleiten und gestalten. Erzähl uns, wie deine Arbeit aussieht.

Iryna:  Die Stiftung „The Day After“ ist eine ukrainische gemeinnützige Organisation, die im Herbst 2024 in Kiew gegründet wurde. Die Idee zur Gründung einer solchen Stiftung kam mir während meines Gastaufenthalts am United States Institute of Peace im Frühjahr 2024. Ich freue mich über die Unterstützung meiner Kolleginnen und Kollegen. Unser Hauptziel ist es, ukrainische Frauen darauf vorzubereiten, sich aktiv an allen Entscheidungsprozessen zum Aufbau eines gerechten und nachhaltigen Friedens nach dem Krieg in der Ukraine zu beteiligen.

Um dieses Ziel zu erreichen, organisieren wir Studienreisen für ukrainische Aktivistinnen in Länder, die von schweren Konflikten und Massenverbrechen betroffen waren. Während dieser Reisen knüpfen wir Kontakte zu den dortigen Frauenorganisationen. Wir tauschen Erfahrungen aus und erweitern unser Wissen über die Bewältigung von Konflikten. Im Jahr 2024 führten wir Studienreisen in vier Länder durch: Ruanda, Südafrika, Bosnien und Herzegowina und später Kosovo. Wir lernten viel über nachhaltige, basisnahe Frauennetzwerke, die Unterstützung gefährdeter Gruppen, darunter Überlebende von konfliktbedingter sexueller Gewalt, psychologische Betreuung und Traumatherapie, die Entwicklung von Gemeinschaften nach Kriegen und die politische Teilhabe von Frauen in Nachkriegsgesellschaften.

Wir haben dieses Wissen auf den ukrainischen Kontext angewendet und ein Schulungshandbuch zu Friedensförderung und Friedensprozessen entwickelt. 2024 führten wir entsprechende Schulungen für rund 100 ukrainische Aktivistinnen aus verschiedenen Regionen durch. 2025 setzen wir unsere Bildungsarbeit für Frauen an der Basis in sechs ukrainischen Frontregionen fort.

Darüber hinaus setzen wir uns national und international für die sinnvolle Teilhabe von Frauen an allen Entscheidungsprozessen ein, sowohl in Kriegszeiten als auch beim Wiederaufbau nach Kriegen. Wir erarbeiten politische Empfehlungen. Zuletzt informierten wir die nationalen Behörden über die Unterstützung von Frauenorganisationen bei der Friedensvorbereitung. Dies geschah im Rahmen der nationalen Konsultationen der Regierungsbeauftragten für die Gleichstellung der Geschlechter und des nationalen Dialogs zur Umsetzung der UN-Resolution 1325 „Frauen. Frieden. Sicherheit“, der vom Ministerium für Sozialpolitik, Familie und Einheit der Ukraine initiiert wurde.

MK: Was hat dich motiviert, mit diesen traumatisierten Frauen gemeinsam an einer Zukunftsvision zu arbeiten?

Iryna:  Alle in der Ukraine sind traumatisiert von diesem zermürbenden, existenziellen Krieg, der das Leben der Menschen in der Ukraine in verschiedenen Regionen dramatisch verändert hat. Viele von uns wissen nun, wie eine Explosion am Himmel aussieht und klingt. Einige von uns haben Todesangst erlebt, und wir alle wissen, dass es in der Ukraine keinen sicheren Ort gibt, weder an der Front noch im Hinterland.

Frauen in der Ukraine beweisen in diesem groß angelegten Krieg außergewöhnliche Führungsqualitäten und spielen eine wichtige Rolle. Derzeit dienen 75.000 Frauen in den ukrainischen Streitkräften, davon sind rund 5.000 an den Kampfhandlungen im Einsatz. Mehr als die Hälfte der während des Krieges neu gegründeten Unternehmen werden von Frauen geführt und stärken so die ukrainische Kriegswirtschaft. Frauen ergreifen Berufe, die traditionell als Männerdomänen galten, wie beispielsweise Bergarbeiterinnen, Elektrikerinnen, Busfahrerinnen und Lkw-Fahrerinnen. Sie engagieren sich für die Wiedereingliederung von Veteranen in die Gesellschaft, unterstützen abgelegene Gemeinden mit mobilen medizinischen und psychologischen Diensten, räumen befreite Gebiete von Minen und führen neue Technologien in der Landwirtschaft ein.

Dennoch werden die Führungsrollen von Frauen sowohl in ihren Gemeinden als auch landesweit weiterhin unterbewertet und oft nicht anerkannt. Dies führt letztlich dazu, dass Frauen nicht in Entscheidungsprozesse zur Erholung des Landes und zur Friedensvorbereitung einbezogen werden.

Mit der Stiftung „Der Tag danach“ möchten wir diesem besorgniserregenden Trend entgegenwirken. In unseren Workshops und Schulungen für ukrainische Frauen erörtern wir transformative Führung und die Rollen, die sie aufgrund ihrer Kriegserfahrung, ihres Wissens und ihrer Fähigkeiten übernehmen können, um einen gerechten und nachhaltigen Frieden zu sichern, der unser Land eines Tages erleben wird. Wir betonen auch die Bedeutung des sozialen Zusammenhalts und der Stärkung der nationalen Einheit nach dem Krieg. Wie aktuelle Umfragen bestätigen, sind heute bis zu 70 % der Ukrainerinnen und Ukrainer im Kampf gegen den Feind vereint, gleichzeitig empfinden jedoch bis zu 11 % von uns die Last des Krieges als ungerecht. Rund 20 % beklagen einen Mangel an Vertrauen in ihren Gemeinden. Diese Entwicklungen könnten sich dramatisch verändern, sobald der Aggressor diesen Krieg beendet und für seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit bestraft wird. Unser Ziel in der Stiftung ist es, Frauen in verschiedenen Regionen wirksame Instrumente an die Hand zu geben, um den sozialen Zusammenhalt zu fördern und ihre Gemeinden für den Wiederaufbau nach dem Krieg zu stärken.

MK: Wie nährst du persönlich die Hoffnung auf eine friedvolle Zukunft nach allem, was du an Zerstörung und Leid tagtäglich erlebst? Wie nimmst du deinem Sohn die Angst und vermittelst ihm, dass das Leben sicher und unbeschwert sein kann, dass auch er auf eine bessere Zukunft hoffen kann?

Iryna:  In meiner Arbeit mit ukrainischen Frauen, die sich in den Gemeinden engagieren,  erlebe ich oft schwierige Momente. Besonders dann, wenn wir über den Frieden sprechen, der irgendwann kommen wird. Es ist in der Tat sehr schwer, diese Perspektive zu bewahren, während jeden Tag Menschen sterben, wenn „Supermenschen“ – jene, die im Krieg Arme oder Beine verloren haben und nun Prothesen tragen – mit uns Fußgängern auf den Straßen unterwegs sind, wenn Jugendliche die Trümmer ihres kürzlich zerstörten Hauses wegräumen oder wenn eine Frau, die gerade ihren im Krieg gefallenen geliebten Mann beerdigt hat, ihr Kind zur Welt bringt. Diese Gespräche sind sehr frustrierend.

Im Rahmen der Arbeit der Stiftung „The Day After“ habe ich jedoch zahlreiche bewährte Praktiken aus verschiedenen Teilen der Welt zusammengetragen, die mir helfen, diesen Frauen den Frieden Schritt für Schritt zu erklären. Dadurch möchte ich ihnen verdeutlichen, dass es nie zu früh ist, sich auf den Frieden vorzubereiten, um eine bessere Zukunft zu gestalten. Wenn ich sehe, wie diese Erzählung die Frauen, mit denen ich arbeite, verändert, wie sie ihre quälenden Gedanken lindert und sie dazu befähigt, sich aktiv in ihren Gemeinschaften zu engagieren, erfüllt mich das mit Hoffnung.

Von jedem Einsatz kehre ich voller Optimismus zurück. An meinen freien Tagen, die wir immer zusammen verbringen, teile ich dieses Gefühl mit meinem Sohn. Dann genießen wir ganz alltägliche Dinge – lange Spaziergänge am Flussufer, Vanilleeis, Filmabende oder Umarmungen vor dem Schlafengehen. Diese kleinen Momente, die in friedlichen Zeiten oft unbemerkt bleiben, werden zu einer echten Stütze in Zeiten, in denen der Krieg das Leben unsicher, unberechenbar und zerbrechlich gemacht hat.

MK: Die American Psychological Association rät, dass man sich kleinere Ziele, die machbar erscheinen, setzen solle. Sie betont, wie wichtig es ist, Teil einer Gemeinschaft zu werden und sich Gleichgesinnten anzuschießen.

Was können wir von dir und deinen Kolleginnen und Kollegen lernen? Wie können wir deine Arbeit unterstützen?

Gerade in Zeiten der tiefgreifenden Umbrüche, die der Krieg mit sich brachte, ist eine Gemeinschaft Gleichgesinnter von unschätzbarem Wert. Unsere Stiftung hat in diesem Jahr eine Gemeinschaft von rund 65 ukrainischen Frauen mittleren Alters aufgebaut, die in verschiedenen Regionen leben, in unterschiedlichen Bereichen arbeiten und verschiedene Kriegserfahrungen gemacht haben. Was sie jedoch eint, ist ihr großer Wunsch, die Ukraine nach dem Krieg zu einem besseren Ort zum Leben zu machen. Wir unterstützen sie auf diesem Weg durch Vernetzung und Gespräche mit Friedensfachkräften aus aller Welt. Wir schaffen unseren Friedenskreis – einen geschützten Raum für den Austausch von Ideen, wo wir komplexe Fragen stellen und praxisorientiertes Handeln lernen können, um uns auf einen weiteren langen Weg des Wiederaufbaus nach dem Krieg vorzubereiten.

Die beste Unterstützung für uns ist die Möglichkeit, sichtbar zu sein und unsere Stimme zu erheben. Jede Plattform – ob politisch, kulturell, gemeinschaftlich oder in kleinen Interessengruppen –, auf der die Stimmen ukrainischer Frauen gehört und die Wahrheit über diesen Krieg ausgesprochen werden kann, ist für uns wichtig. Jede Idee, Erfahrungen mit anderen in der Ukraine auszutauschen, die wie wir Konflikte und Kriege erlebt haben oder erleben, trägt dazu bei, dass unsere gemeinsamen Stimmen weltweit besser gehört werden. Und jedes Projekt, das Frauen eine sinnvolle Teilhabe am Wiederaufbau nach dem Krieg ermöglicht, wird unser Leben in der Ukraine mit Sicherheit verbessern und glücklicher gestalten.

Vielen Dank, Iryna, dass Du Dir die Zeit genommen hast, Deine Gedanken mit uns zu teilen.

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Es ist ergreifend, dieser mutigen jungen Frau zuzuhören, die es schafft, den traumatisierten Frauen, mit denen sie arbeitet, Hoffnung zu geben und die sich eine sichere und glückliche Zukunft für ihr Land und ihren Sohn vorstellt. Für mich ist sie ein Lichtblick.

Wenn wir genauer hinsehen, sind sie überall um uns herum, diese Lichtblicke, wie zum Beispiel:

  • die 76,1 Prozent der kürzlich befragten Deutschen, die rechtsextreme Positionen ablehnen;
  • die Bundesrichterin in Chicago, die die Administration bloßstellt, indem sie Carl Sandburgs Gedicht „Chicago“ zitiert, um die Vitalität, Diversität und Widerstandsfähigkeit der „City of the Big Shoulders“ zu veranschaulichen, die Gewalt gegen Immigrantinnen und Immigranten von staatlicher Stelle anprangert;
  • der designierte junge Bürgermeister von New York City, der es trotz aller Widerstände und Anschuldigungen, ein Kommunist, Sozialist, Terrorist, Generalissimo . . .  zu sein, geschafft hat, die New Yorker zu motivieren, zur Wahl zu gehen und für Veränderung zu stimmen;
  • die jungen Menschen, die in beispielloser Zahl in Serbien, Kenia, Peru, Marokko und Südkorea gegen Korruption und Autoritarismus protestieren und von einer gerechteren Welt träumen.

All diese Menschen glauben an die Hoffnung, jenes mächtige und zugleich zerbrechliche Gefühl, das Emily Dickinson so treffend als „das Ding mit Federn“ beschreibt. 

Lassen wir sie gemeinsam fliegen.

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Quellen

Max-Planck Gesellschaft.  „Vögel ziehen bei jedem Klima. Zugvögel gab es schon während der letzten Eiszeit“  (18 Februar 2020). https://www.mpg.de/14473814/vogelzug-klima

Original study:  Marius Somveille, Martin Wikelski, Robert M. Beyer, Ana S. L. Rodrigues, Andrea Manica, Walter Jetz. „Simulation-based reconstruction of global bird migration over the past 50,000 years.“  Nature Communications (18 February 2020)

Robert Arnold, “Hope is a weapon” (accessed 26 Oct. 2025; posted seven months prior)
https://youtu.be/4CX5xdwkbHg?si=NjgFIzLnhKqlQ-cJ

Emily Dickinson.  „Hope is the thing with feathers.“  Poetry Foundation.
https://www.poetryfoundation.org/poems/42889/hope-is-the-thing-with-feathers-314

Originally titled “‘Hope’ is the thing with feathers – (314)”
Copyright Credit:  Emily Dickinson, “‘Hope’ is the Thing with Feathers” from The Complete Poems of Emily Dickinson, edited by Thomas H. Johnson, ed., Cambridge, Mass.: The Belknap Press of Harvard University press, Copyright © 1951, 1955, 1979, 1983 by the President and Fellows of Harvard College

Ashley Abramson.  “Hope as the antidote.  Hope may be the antidote to today’s chaotic world. Here’s how to cultivate it.”  American Psychological Association.  Vol. 55 No. 1 (created 1 January 2024).
https://www.apa.org/monitor/2024/01/trends-hope-greater-meaning-life

Rachel Carson.  Silent Spring.  Houghton Mifflin:  27 Sept. 1962

https://en.wikipedia.org/wiki/Silent_Spring

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_stumme_Frühling

https://www.fes.de/presse/aktuelle-pressehinweise/mitte-studie-2024-25-mehrheit-ist-besorgt-wegen-zunehmendem-rechtsextremismus

Carl Sandburg.  „Chicago.“ Poetry Foundation  https://www.poetryfoundation.org/poetrymagazine/poems/12840/chicago

Will Mortenson,  “Gen Z protests have spread to seven countries. What do they all have in common?”  New Atlanticist (November 6, 2025)